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GoGo Penguin – Man Made Object

In den letzten beiden Beiträgen habe ich über Alben aus der Sparte elektronischer Musik geschrieben. Da ich aber gerne Musik kreuz und quer höre und um quasi meinen Ruf zu retten und nicht als Musikbanause abgestempelt zu werden, folgt jetzt ein Musiktipp aus der Sparte Modern-Jazz.

Hier muss ich kurz ausholen und meinem Lehrmeister Danke sagen, dass er mit seiner herzlichen und beharrlichen Art, mir in jungen Jahren die akustische Musik und im speziellen Jazz näher gebracht hat. Als er mir damals eine CD des Esbjörn Svensson Trio’s vorgespielt hat und zwar das Album Strange Places for Snow, war’s um mich geschehen. Für mich galt bis dato Jazz immer als nette musikalische Untermalung in schönen Bars. Aber diese Art von Jazz mit einer ganz anderen Rhythmik, mit akustischen Instrumenten, war für mich ganz neu und klang einfach geil. Somit liebe Grüsse von hier aus, danke Walter. Jetzt aber genug der nostalgischen Gefühle und auf zu einem meiner neuen Favoriten.

Dieses Album habe ich wiederum beim Durchstöbern von Tidal gefunden. Dafür liebe ich Streaming-Dienste. Früher habe Stunden im MusikHug zugebracht, um mich durch die ganzen Neuerscheinung zu hören, in der Hoffnung eine neue Scheibe für meine Sammlung zu finden. Heute, dank der Streaming-Dienste kann ich das gemütlich zuhause vom Sofa aus machen und das Ganze völlig verlustfrei.

Ich bin schon wieder abgeschweift, Sorry. Jetzt aber, meine Entdeckung heisst Man Made Object und die Band hinter diesem Album heisst GoGo Penguin. Ich gebe zu, ich fand erst das Cover ansprechend und dann den Namen – einfach super.

gogopenguinDas Trio bestehend aus Pianist Chris Illingworth, Nick Blacka am Bass und dem Drummer Rob Turner stammt aus Manchester in England. Gebildet hat sich das Trio in 2012 und war seither nicht ganz untätig. Unter dem Label Gondwana haben sie die beiden Alben Fanfares und V2.0 veröffentlicht und auf sich aufmerksam gemacht. Bis sie dann im letzten Jahr einen Vertrag beim renommierten Jazz Label Blue Note Records unterzeichnet haben. Auf dem auch das aktuelle Werk erschienen ist.

Bei diesem Album erlebte ich einen ähnlichen Effekt wie bei meiner ersten Begegnung mit Modern- Jazz. Ich war oder bin immer noch gefesselt von der Rhythmik, die die Jungs an den Tag legen. In Stücken wie z.B. Weird Cat, das mit ein paar sanften Bassnoten beginnt, um dann in einen wahren Feuerwerk zu enden, geht meines Erachtens nie die Harmonie fürs Ganze verloren und das bei einer Geschwindigkeit, bei dem sich manch einer an einem MPC wunde Finger holen würde.

Für alle, die sich jetzt Fragen, was Bitteschön ist ein MPC. Die AKAI MPC Serie zählt zu den besten Drum Computern und wurden oder werden häufig im elektronischen Musikbereich oder auch im HipHop verwendet, um Beats zu spielen oder zu samplen. Aber heute gibt’s ja für alles eine App ? .

Es geht aber nicht immer nur wild zu und her auf dieser Platte. Mit Tracks wie Branches Break, Initiate , oder GBFISYSIH gibt es auch einfach Lieber, die zum Mitwippen und Geniessen einladen und das macht das Album für mich zu einer perfekten Mischung.

Ich könnte an dieser Stelle noch mehr meine Eindrücke schildern, aber ich glaube, das ist bei diesem Album überflüssig. Denn wer sich die Zeit nimmt, sich dieses Album anzuhören, der wird wahrscheinlich verstehen, was ich meine.

Für alle, die wie ich auf  E.S.T. (Esbjörn Svensson Trio) stehen, führt kein Weg an GoGo Pengiun vorbei. Und für diejenigen, die mal Hören möchten, wie moderner Jazz klingen kann und vielleicht noch ein Paar Vorbehalte haben, empfehle ich, auch hier rein zu hören.

Auf Qobuz finden Sie das Album Man Made Object und auf Tidal sind auch die beiden ebenfalls hörenswerten Vorgänger Fanfares und V2.0 zu hören. Somit viel Spass beim Reinhören und….

Happy Listening