DSP eine Wunderwaffe?

NAD M10 bei stereotec

NAD M10 bei stereotec

Digital Signal Processing oder DSP findet im Zusammenhang mit der Digital-Verstärkertechnologie immer stärker den Weg in High-End Audio-Anwendungen. Kii Audio Lautsprecher, Devialet, Linn, Lyngdorf-Verstärker und natürlich unsere NAD-Geräte mit Dirac finden zur Zeit Beachtung und werden viel diskutiert.

Mit DSP kann das Audio-Signal während des Spielens beeinflusst und manipuliert werden, was relativ viel Rechenleistung erfordert und deshalb erst jüngst im Consumer Markt realisierbar wurde. In erster Linie findet DSP dort Einsatz, wo Systeme an raumakustische Gegebenheiten angepasst werden sollen, um dort optimale Ergebnisse zu liefern.

Denn ein Grundproblem der Musikwiedergabe stellt sich in der Tatsache, dass Bassfrequenzen immer rund gestrahlt werden und bei herkömmlichen Lautsprechern die Hoch- und Mitteltöne direkt auf den Hörplatz strahlen. Bei wandnaher Platzierung solcher Lautsprecher ergibt sich dann oft ein Ungleichgewicht zwischen einem zu starken (dröhnenden) Bass und den höheren Frequenzen.

Dieser Problematik begegnet Kii Audio mit einem sehr aufwändigen und kostspieligen DSP. Durch diesen digitalen Eingriff ins Musiksignal werden rückwertig abstrahlende Tief-Frequenzen annulliert, um sich über die Raumakustik nicht übermässig aufzuschaukeln. So wird erreicht, dass der Lautsprecher auch im Tiefton nur nach vorne abstrahlt und so eine ausgewogene Einheit mit dem übrigen Frequenzspektrum findet.

Wie erwähnt ist dies zwar ein technologisch sehr interessanter, aber auch kostspieliger und aufwändiger Ansatz, der dazu sowohl die Endstufen als auch die Bass-Treiber übermässig strapaziert. Denn sie müssen nicht nur den Klang erzeugen, sondern gleichzeitig auch tiefe Frequenzen annullieren.

Als wichtige Randbemerkung sei hier erwähnt, dass der Schweizer High-End Hersteller ROWEN der selben Problematik begegnet – nämlich mit dem bipolaren Aufbau ihrer Lautsprecher. Allerdings wird hier nicht digital ins Klanggeschehen eingegriffen, um der Rundstrahl-Charakteristik im Tiefton entgegen zu wirken. Denn genau im Gegenteil wird bei ROWEN’s Bi-Pol Lautsprechern das gesamte Frequenz-Spektrum rundgestrahlt, was dazu führt, das die Raumakustik homogen und gleichmässig angeregt wird.

Wo bei Kii Audio die Rundstrahl-Charakteristik im Bass gekappt wird, so dass alle Frequenzen nur nach vorne strahlen, bezieht ROWEN die Rundstrahl-Charakteristik des Basses ins Lautsprecher-Design mit ein und strahlt auch den Hoch-/Mittelton nach vorne und hinten ab. Beide Ansätze haben zum Ziel, die Raumakustik möglichst homogen anzuregen.

Auch Linn setzt DSP ein, um ihre Systeme möglichst genau auf die Akustik des jeweiligen Wohnraumes anzupassen. Dazu vermisst ein Linn-Händler den Wohnraum und nimmt verschiedene Attribute der Raum-Akustik – wie Beschaffenheit des Bodens, Verglasung etc – mit auf und füttert damit ein von Linn entwickeltes statistisches Modell. Mit diesem statistischen Modell wird dann die nötige DSP-Korrektur ermittelt, die der Verstärker dann künftig anwendet.

Nicht nur auf statistische Modelle möchte sich einer der Pioniere in diesem Bereich verlassen. Denn Raum-Akustik ist hoch komplex und auch kleine Abweichungen können sich recht gut hörbar auf das Klangbild auswirken. Lyngdorf spendiert deshalb seinem DSP-Verstärkern ein komplettes Einmess-Verfahren mit Mikrofon.

Damit werden vollautomatisiert die akustischen Gegebenheiten Ihres Wohnraumes exakt eingemessen. Diese Einmessung kann von jedermann durchgeführt werden und dauert ungefähr 10 Minuten. Dabei werden raumakustische Problemzonen exakt ausgemessen und können anschliessend mit DSP entsprechend korrigiert werden.

So können Lyngdorf-Verstärker korrigierend eingreifen, wenn Sie sich für Lautsprecher entschieden haben, die Sie nicht richtig stellen können oder die in Ihrem Raum Probleme wie Bassdröhnen verursachen.

Von allen uns bekannten Raumkorrektursystemen bietet Lyngdorf noch die besten Resultate, weil die Signale dynamisch eingemessen werden. Dies im Unterschied zu Dirac, wo Dynamik und Zeitrichtigkeit völlig ignoriert und nur Sinus-Töne gemessen werden.

Leider haben Sinus-Töne ziemlich wenig mit Musik zu tun, die von Dynamik und Zeitrichtigkeit lebt. Entsprechend sind die zu erwartenden Ergebnisse von Dirac „Korrekturen.“

Den einfachsten Einsatz von DSP verwendet Devialet. Der französische Hersteller bietet für verschiedene Lautsprecher entsprechende DSP-Modelle. So verändert Devialet den Klang einer Vielzahl von Lautsprechermodellen nach ihrem Gusto mittels DSP.

Vom einfachsten Einsatz von DSP sprechen wir deshalb, weil dabei keine raumakustischen Gegebenheiten mit berücksichtigt werden. Aber offenbar traut sich Devialet zu, das Klangbild dieser teils renommierten Lautsprecher-Fabrikate mittels DSP noch verbessern zu können.

Machen Sie es doch richtig

Wir stellen uns noch immer auf den Standpunkt, dass die besten klanglichen Resultate dann erzielt werden, wenn Ihre Lautsprecher ideal mit Ihrer Raum-Akustik harmonieren. Und eben nicht erst mit DSP gerade gebogen werden müssen. ROWEN nimmt deshalb viele raumakustische Probleme mit dem Bi-Pol Ansatz vorweg. Mehr darüber erfahren Sie hier.

Wirklich gute Ergebnisse erzielen Sie dann, wenn eine Anlage von Grund auf richtig konzipiert wurde. Und richtig heisst, dass auch die räumlichen und akustischen Verhältnisse mit in die Planung und Auswahl der Lautsprecher einbezogen wurden.

Dazu braucht es Erfahrung und dazu braucht es Know-How. Von beidem profitieren Sie, wenn Sie den Weg mit uns gehen. Machen Sie heute den ersten Schritt: 044 940 05 46.